Austellung im alten rathaus

Die bisherigen Räume des Dorfmuseums in der Grundschule mussten vorrangig für schulische Zwecke bereitgestellt werden.
Im alten Rathaus fand man 2012 geeignete Räume.

 

Auf begrenzter Aufstellungsfläche werden Gegenstände, Arbeitsgeräte aus der historischen Landwirtschaft dargestellt.
Die Landwirtschaft prägte über tausend Jahre die Menschen auch in Bargen.
Der Landwirt brauchte auch andere Berufe, die ihm die notwendigen Geräte und Hilfsmittel handwerklich herstellten. So waren der Wagner, der Schmied und der Sattler für ihn wichtige Handwerker.

Um 1800 war Bargen noch ein reines Bauerndorf.

Über 80 Familien betrieben Landwirtschaft.
Die Anzahl der selbständigen Landwirte verringerte sich 1946 auf 65.
Nach der Flurbereinigung gab es 1971 noch 15 Haupterwerbslandwirte.
Die moderne Landmaschinentechnik macht es möglich, dass heute nur noch wenige Landwirte im Familienbetrieb die gesamte landwirtschaftliche Fläche der Gemarkung bewirtschaften.


Historische Grenzsteine

Alte Marksteine sind Zeugen der Orts-und Heimatgeschichte. Sie ersetzten die Grenzumgänge, die in feierlicher Weise in gewissen zeitlichen Abständen durch eine Kommission vorgenommen wurde.
In unserer Region stammen die ältesten Grenzsteine aus dem 16. Jahrhundert. Seit dem 19.Jahrhundert sind Eigentums-grenzen geodätisch-mathematisch definiert.
Grenzzeichen sind heute nicht mehr zwingend notwendig, da mit Satelliten- Positionierung schnell und hochgenau Grenzverläufe festzustellen sind.
Grenzstein Nr. 194 markierte im Jahr 1558 die Grenze im Gemeindewaldistrikt Birkenwald“ und dem Obrigheimer Cameralwald „Hoher Rodt“.
„OttH“, bedeutet Ottheinrich.
Ottheinrich war Pfalzgraf von Pfalz-Neuburg von 1505 bis 1559 und von 1556 bis 1559 Pfalzgraf-Kurfürst von der Pfalz von 1556 bis 1559.
„PC“ ist die Abkürzung für Pfalzgraf.

Dieser Stein mit der Nummer 81 (Jahreszahl 1780) stand auf dem Wiesenfeld, wo der Wollenbach und der „Oberer Hohe Graben“ zusammenflossen. Er trägt auf einer Seite das kurpfäl-zische Rautenwappen und den
Reichsapfel. „STC“ steht für Stüber Cent, (Gerichtsbezirk) „CP“ Comitatus Palatinus (Pfalzgrafschaft).
Auf der Gegenseite ist mit dem Gemmingschen Wappen die Ortsherrschaft von Wollenberg zuzuordnen. Dieser Grenzstein markierte die Hochstift-Wormsischen Hofäcker in Bargen. Der Schlüssel ist das Wappenzeichen des Bistums Worms, damalige Grundherrschaft. Dieses Grenzzeichen trägt die
Jahreszahl 1786.


Historisches Schriftgut

Auszug aus dem Bargemer Zinßbuch Über Die Höff und Huben

Im Nahmen der Allerheiligts und Unzertheilten Dreyfaltigkeit, Gott des Vaters, Sohns und Heiligen Geistes.

Im Jahr Christi Eintausend Siebendhundert Sechzig drei (1763)

Zins in Form von Naturalien: Korn, Dinkel,Haber, Hühner, Gänß.

Nach Getreidehohlmaß der Stadt Wimpfen: Malter und Simmer. Frohndtgeld: (Gulden, Kreuzer, Heller) Zu entrichten an Martini nach Ehrenberg.

Im Zinsbuch wird die Gemarkung Bargen in drei Fluren aufgeteilt, Flur Kälbertshausen, Hüffenhardt und Helmstadt.

Die Wiesentäler sind zugeordnet: Im Thal Flinsbach und Im Thal Wollenberg, Im Thal Kälbertshausen.

Die Namen von 16 Höfen und Huben sind dokumentiert. (z.B. „Bühnheinrichs Hoff“ , „Hannß Stechen Hub“)

Ein  Hub  (Hube,  Hufe)  war  eine Hofstelle, Eigentumsrecht und  Nutzungsrecht an der Allmende. 
(Allmende  ist  eine  Rechtsform  gemeinschaftlichen Eigentums). Das Flächenmaß war regional sehr unterschiedlich. Ein Hub
war die Grundgröße, die nötig war, um das Auskommen einer Bauersfamilie  zu  gewährleiten. 

Lagebeschreibung  und  Flächenangabe Werenbronnen Hub, Wiesen Vorstehende  Figur  enthält  an  Maß  1 Morgen. 2 Viertel. 12 Ruthen.
Bei  dem  Werenbronnen,  liegt  einseits gedachter  Hubäcker  andererseits  der Bach,  auf  Hanns  Adam  Friedrichs  und Adam Schweickert eigenen Wiesen, stoßt am forderen Einlauf den Wetten Graben, am  hinteren  aber  auf  den  Bischofsheimer Hoff.


Gesiegelt von:

 

  • Wolffgang Christoph Schambach, Renovator
  • Johann Friedrich Wehn,Hochfürstlicher Wormbs
  • Schultheis (Bürgermeister)
  • Georg Schück, deß gerichts als Urkundspersohn
  • Hanß Adam Friedrich alß feld gericht Urkundspersohn
  • Johann Friederich Hoffmann Gerichtsschreiber
  • Nikolaus Gaßert als ruthen zieher (Meßgehilfe)